




Nach Überlieferungen benutzten die Chinesen schon 4000 v. Chr. Pflanzen und Mineralien zur Behandlung von Krankheiten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Gebrauch dieser Stoffe verfeinert und weiterentwickelt. Heute wird die Wirksamkeit dieser pflanzlichen Arzneien physiologisch und experimentell in Laboratorien und Forschungszentren im Osten und Westen erforscht. Die Kräuter werden meist kombiniert und als Kräutermischung in Form von Pulvern, Pillen, Tabletten, Flüssigkeiten, Sirup, Salben und Pflastern abgegeben.
Es gibt allein in China etwa 5000 verschiedene Kräuterarten, von denen zirka 2000 als Arzneimittel verwendet werden. Die Besonderheit der chinesischen Arzneimittelkunde liegt nicht nur in der Reichhaltigkeit ihres umfassenden Arzneischatzes, sondern vor allem auch in der Zusammenstellung dieser Substanzen und deren Zubereitung. In China ist die Verabreichung von chinesischen Arzneimittelkräutern die wichtigste Behandlungsform und sie gewinnt auch bei uns zunehmend an Bedeutung.
In der Akupunktur werden die 361 Akupunkturpunkte behandelt, die auf den Meridianen – den Energieleitbahnen des Körpers – angeordnet sind. Man unterscheidet zwischen zwölf Hauptmeridianen, acht Extrameridianen und einer Reihe von so genannten Extrapunkten. Bei der Behandlungsform wird durch das Einführen von dünnen Nadeln längs der Meridiane der Fluss der Lebensenergie Qi beeinflusst. Jeder Akupunkturpunkt übt eine bestimmte therapeutische Wirkung auf das ihm zugeordnete Organ und dadurch auf die entsprechende Körperregion aus. Die Akupunktur wird zur Linderung beziehungsweise zur Auflösung schmerzhafter Symptome eingesetzt und kann damit zur Heilung innerer Organe führen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) benutzt man verschiedenste Stichtechniken. Oft werden die Nadeln für 10 bis 30 Minuten belassen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Therapeuten, die sich der Fünf-Elemente-Methode bedienen, entfernen die Nadeln sobald sie auf das Qi treffen.
Gleich wie die Akupunktur hat die Moxibustion eine jahrtausend alte Tradition und wird oft mit ihr kombiniert. Es handelt sich um eine punktuelle Wärmebehandlung, erwärmt werden die Akupunkturpunkte (isoliert oder ergänzend zur Akupunktur).
Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte durch Abbrennen von getrockneten Blättern des Beifusses (Artemisia vulgaris) angewärmt. Der Beifuss ist eine Heilpflanze, die sowohl in Asien als auch in Europa beheimatet ist. Die Blätter der Pflanze werden getrocknet, gereinigt und zu einem feinen Pulver (Moxa-Wolle) verarbeitet, die zu Kegeln oder Moxa-Zigarren geformt werden.
Zu den Hauptanwendungsgebieten der Moxibustion gehören chronische Erkrankungen von chronischem, z.B. chronische Bronchitis, chronisches Asthma, Depressionen, Schwächezustände nach chronischen Erkrankungen oder chronische Erschöpfungsreaktionen.
In verschiedenen Quellen wird die chinesische Massageform als Tuina, An Mo oder Akupressur bezeichnet. Die Tuina-Massage ist die älteste existierende Heilmethode und gehört zu den fünf bekanntesten Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Erste Erwähnungen dieser Massageform gehen bis ins Jahr 2700 v. Chr. zurück. Damals diente sie vor allem zur Stärkung der Körperabwehr. Aus der Massageform entwickelte sich ab 770 v. Chr. die von Ärzten ausgeführte Tuina-Therapie.
Die Tuina-Massage ist eine Kombination aus Massage und manueller Therapie. Sie hilft die wichtigsten Akupunkturpunkte blockierter Meridiane zu öffnen und den Energiefluss im Körper zu regulieren. Die Tuina-Massage beruht auf genau beschriebenen, standardisierten Grifftechniken oder Manipulationen. Durch leichtes Klopfen, Kneten, Drücken, Streichen oder Greifen werden die mit dem Meridian verbundenen Muskeln, Bänder und Sehnen gekräftigt.
Qi heisst Energie, Gong heisst Arbeit oder Disziplin. Qi Gong ist die Kunst, die Lebensenergien zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Der Ursprung des Qi Gong sind geistigkörperliche Übungen, welche vor Jahrtausenden dem Menschen zum Überleben in schwierigen Naturverhältnissen verhalfen.
Aufgrund der politischen und geographischen Unterschiede in China entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Denkansätze und Praktiken. Grundsätzlich kennt man die taoistische, die konfuzianische, die buddhistische und die medizinische Qi-Gong-Hauptrichtung. Es gibt Tausende von verschiedenen Übungsformen und jede Tradition beinhaltet Körper und Geist stärkende Übungen, Atemtechniken, Meditationen und Bewegungsformen sowie Heil- und Gesunderhaltungstechniken (medizinisches Qi Gong). Sie unterscheiden sich auf Grund ihrer Philosophie. In der Praxis sind die einzelnen Stile oft verbunden und einzelne Techniken aufeinander aufgebaut.